Gedanken der Generation Y – Gina Pazzanese über das Problem “Perfektionismus”

Im letzten halben Jahr ist so einiges passiert. Ich bin umgezogen, habe die Uni gewechselt und musste mein Leben ganz neu ordnen. Es lief nicht alles, wie ich es mir vorgestellt habe, deshalb habe ich versucht herauszufinden, wo das Problem liegt. Dabei ist mir einiges klar geworden: Mein Leben ist eine ewige Baustelle.

Hier und da bleiben immer ein paar Aufgaben übrig, die ich mir für später aufhebe. Du weißt schon, wenn ich mal wieder mehr Zeit habe und überhaupt, das muss schon richtig angegangen werden. Mit Plan, damit auch alles seine Ordnung hat. Dafür ist gerade keine Zeit, ich habe noch so viel zu tun und ich muss ja gleich auch weg, das mache ich‚ mal in Ruhe.

Das Problem ist, dass ich solche Aufgaben ewig vor mir herschiebe und erst damit anfange, wenn es plötzlich dringend notwendig wird.

Ich scheue mich nicht vor diesen Aufgaben, ich möchte sie nur einfach gewissenhaft und vor allem einwandfrei erledigen. Ich neige zum Perfektionismus und das macht mir das Leben schwer. Mein neues Mantra lautet also: „Done is better than perfect.“

Leichter gesagt als getan. Hier sind meine Tipps für einen besseren Umgang mit dem Gefühl, immer perfekt sein zu müssen:

 

  • Schenke dir selbst Anerkennung

    Lerne dich so zu akzeptieren, wie du bist. Kenne deine Schwächen und Fehler, denn genau das macht eine starke Persönlichkeit aus. Sei zufrieden mit dir. Du musst nicht perfekt sein, du bist einzigartig!

 

  • Lerne loszulassen

    Verabschiede dich von diesem Optimierungsdruck. Perfektion ist eine subjektive Bewertung. Befreie dich von diesem Zwang zur Vollkommenheit, indem du dir klar machst, dass das Streben nach konstanter Höchstleistung auf Kosten deiner eigenen Zufriedenheit geht. Wer den Preis der Perfektion kennt, dem fällt es leichter sich an der Realität zu orientieren.

 

  • Nutze deine Energie richtig

    Denke darüber nach, was wirklich wichtig für dich ist. Nicht jede Aufgabe ist es wert, dass du überdurchschnittlich viel Arbeit hinein steckst. Setze Prioritäten um deine Energie besser zu nutzen.

    Manchmal muss eine Aufgabe vollendet werden, bevor man sich einer neuen Herausforderungen stellen kann. Also lieber eine Aufgabe gut erledigen, als gar nicht.

    Gut ist eben manchmal besser als perfekt.

 

  • Aus Fehlern lernt man

    Alle erfolgreichen Personen haben in der Vergangenheit Fehler gemacht und sammelten so wertvolle Erfahrungen. Wer alles von Anfang an richtig macht, lernt nichts Neues dazu. Erkenne deine Fehler und mache sie dir zu Nutze. Ohne Fehler entwickeln wir uns nicht weiter. Du musst akzeptieren, dass Irren menschlich und dass „einen Fehler machen“ nicht gleichbedeutend mit „Versagen“ ist.

    Ich habe nicht versagt. Ich habe mit Erfolg zehntausend Wege entdeckt, die zu keinem Ergebnis führen.

    – Thomas Alva Edison

 

  • Gestehe dir Fehler ein

    Oft scheitern Unternehmungen auch daran, dass man am Anfang den falschen Weg eingeschlagen hat. Es wäre allerdings falsch an dieser Stelle einfach den Weg weiterzugehen. Besser ist es man sucht sich von seinem neuen Standpunkt aus eine alternative Route. Dabei ist es egal, wie lange man schon unterwegs ist. Nur mit einem Weg in die richtige Richtung hat man die Chance, das Ziel zu erreichen.

 

  • Realistische Erwartungen an sich selbst haben

    Kenne deine Möglichkeiten, aber auch deine Grenzen. Vergleiche dich nicht mit anderen, denn es wird immer jemanden geben, der die gleiche Aufgabe besser oder schlechter bewältigt. Sei ehrlich zu dir selbst, nur so kannst du deine tatsächliche Leistungsfähigkeit beurteilen.

 

  • Ein Ergebnis muss nicht endgültig sein

    Der Trick ist: Man muss einfach erst einmal anfangen. Verbessern kann man das Ergebnis nach Fertigstellung immer noch. Wartet man allerdings auf den perfekten Moment oder den perfekten Einfall, kann es sein, dass man niemals zu einem Ergebnis kommt.

 

Perfektionismus bremst dich aus. Immer auf der Suche nach dem bestmöglichen Ergebnis, verliert man den Blick für das Wesentliche. Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen und diese Gedanken für immer zu verbannen, bedarf es einer ganzen Menge Selbstdisziplin und Ausdauer, denn solche Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen.

Dennoch lohnt es sich konstant daran zu arbeiten, denn der Preis der Perfektion ist zu hoch, um ihn täglich zu zahlen.

 

Perfektion ist der größte Makel – wer alles ist, kann nichts mehr werden.
– Maik Alwin

 

Zum Blog von Gina Pazzanese:

http://www.gina-pazzanese.de/blog/2016/03/22/done-is-better-than-perfect/

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